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Der Rechtsschutz des Bürgers gegenüber den Verwaltungsbehörden wurde historisch spät eingeführt; diese schleppende Emanzipation des Bürgers gegenüber dem Staat im weiteren Sinn steht im Widerspruch zu der Erfahrung, dass gerade eine ineffiziente oder nicht ausreichend transparente Verwaltungstätigkeit im Alltag als die größte Ungerechtigkeit empfunden wird.

Für die italienische Rechtsordnung sind die wichtigen neueren Meilensteine die Einführung der regionalen Verwaltungsgerichte -hiervon eines mit Sitz in Bozen- in den Siebziger-Jahren; bahnbrechend war die jüngst erfolgte grundsätzliche Anerkennung eines Schadensersatzanspruchs auch bei Verletzung sogenannter "interessi legittimi" oder gesetzlich geschützter Interessen, die z.B. den zu Unrecht abgewiesenen Antragsstellern auf Erlass einer Baugenehmigung oder den ebenfalls normenwidrig ausgeschlossenen oder zu schlecht gereihten Teilnehmern an einer öffentlichen Ausschreibung monetäre Satisfaktion verschafft.

Mit der Reform des Verwaltungsgerichtsverfahrens 2010, mit der der Verwaltungsprozess erstmals kodifiziert wurde, (gesetzesvertretendes Dekret Nr. 104 vom 02.07.2010) hat der italienische Gesetzgeber schließlich den Verwaltungsgerichten bessere und flexiblere Instrumente an die Hand gegeben, um dem gesteigerten Rechtsschutzbedürfnis der Bürger Rechnung zu tragen.

Für Südtirol gilt -wie bereits an anderer Stelle erwähnt, dass das Autonomiestatut von 1972 dem Land weitgehende autonome Gesetzgebungs- und Verwaltungsbefugnisse einräumt, sodass auf das Bozner Verwaltungsgericht, das -wie alle Gerichtsämter im Land- zweisprachig fungiert, auch vielfach die Aufgabe der Interpretation und Überwachung des Korpus der Landesgesetzbung zukommt.

Der Instanzenzug führt von den einzelnen Regionalen Verwaltungsgerichten vor den Staatrat in Rom.
 
 
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